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Dichterinnen in der Diktatur
Anna Achmatowa
Eine szenische Lesung

Das Leben von Anna Achmatowa, die Joseph Brodsky neben Marina Zwetajewa, Boris Pasternak und Ossip Mandelstam zu den besten russischen Dichtem des 20. Jahrhunderts zählt, erscheint wie ein individuelles Abbild der großen Tragödien ihrer Heimat: Als Offlzierstochter in Odessa geboren, freundete sie sich nach ihren Studien mit führenden Modernisten Westeuropas an und bekannte sich selbst zur Lyrikergruppe der Akmeisten. Im Gefolge der Russischen Revolution wurde ihr erster Mann, der Dichter Nikolai Gumiljow getötet; und auch später hat die stalinistische Verfolgung ihrer Familie viel Leid zugefügt. Trotz jahrzehntelangen Druckverbots schrieb sie unbeirrt weiter und widmete sich in den 1930er Jahren intensiven Puschkinstudien. Im Zweiten Weltkrieg war sie bis zu ihrer Evakuierung Zeugin der Belagerung Leningrads. 1946 wurde sie aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen und mit einem Schreibverbot belegt, weil sie als ,Bürgerliche‘ nicht in Schdanows Konzept des Sozialistischen Realismus passte. Ihre Rehabilitierung erfolgte erst am Ende der 1950er Jahren, jedoch fand ihr dichterisches Beharrungsvermögen kurz vor ihrem Tod mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Oxford auch internationale Anerkennung.

Achmatowas Lyrik zeichnet sich durch einen sparsamen und intimen Stil aus, der auch Elemente der Umgangssprache in sich authimmt. Von Anbeginn ihres Schaffens strebte sie, geprägt durch die Lektüre der Bibel und Dantes, Baudelaires und Verlaines, nach klassischer Zurückhaltung und Klarheit, was sich in strengen Metren, präzisen Reimen und kurzen Sätzen niederschlägt. Ihre Gedichte kreisen um die Themen Zeit, Erinnerung und Tod und sind von einer elegischen Grundstimmung geprägt, fern von jeglichem Pathos.

 

 

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