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ErzählTheater - Cornelia HeyseErzählTheater - Cornelia Heyse

 

Franziska Willig aus Klein-Rammsdorf,

Gesellschafterin der Minna von Barnhelm von damals, aber ganz im Jetzt jetzt, bei der Verfertigung ihrer Gedanken beim Reden

Durch ein Versehen des Teilchenbeschleunigers Cern, der am 10. September 2008 bei Genf in Gang gesetzt, aber schon nach wenigen Wochen – nämlich am 23. September wieder zurückgefahren wurde, ist Franziska Willig, erdichtet von Lessing im Jahre 1667, in unsere Welt gebeamt worden. Wahrscheinlich im Austausch gegen die 350 Millionen Euro, die ebenfalls am 23. September hier in Deutschland plötzlich verschwunden sind und als „verbranntes Geld“ bezeichnet wurden. Jedenfalls zieht

Franziska Willig aus Klein-Rammsdorf, Gesellschafterin der Minna von Barnhelm von damals,  aber ganz im Jetzt jetzt, bei der Verfertigung ihrer Gedanken beim Reden

ihre Schlüsse. Denn sie hat sich kundig gemacht und ganz zwangsläufig den Überblick über mehrere Jahrhunderte. Sie ist schlau und gebildet.

„Ich habe alles gelernt, was das gnädige Fräulein auch gelernt hat“,- sagt sie im Original, und sie weiß, dass es gerade in der heutigen Informationsgesellschaft für sie überlebensnotwendig ist, sich kundig zu machen. So glaubt sie zum Zeitpunkt ihres öffentlichen Auftretens schon über alles Bescheid zu wissen, wird sich über manche Zusammenhänge aber erst während ihrer Ausführungen, der Verfertigung ihrer Gedanken beim Reden, bewusst.

Natürlich sind die Schlüsse, die sie zieht, genauso stimmig, wie ihre feste Überzeugung, des Hochdeutschen mächtig zu sein und durch  ihre privilegierte Erziehung vor dem schrecklichen sächsisch-thüringischen Dialekt der Gegend ihres Aufwachsens  (Klein- Rammsdorf) verschont  geblieben zu sein. Mitteilsam, ja geradezu besessen davon, ihr Wissen an ein Publikum weiter zu geben, sprudelt es dabei äußerst sprunghaft aus ihr heraus. Da sie offensichtlich die einzige ihres Jahrhunderts ist, auch der Mann, der ihr damals gefiel, ihr Werner, nicht mit in die heutige Zeit gebeamt wurde, muss sie sich jetzt nun unter den in die Jahre gekommenen Männern unserer Zeit umsehen. Da jedoch die meisten Kandidaten von heute in Fragen der Höflichkeit und guter Manieren arg zu wünschen übrig lassen, kann das nur zu Enttäuschungen führen. Ihr Herz schlägt natürlich, in Anlehnung an ihre „dichterische Wiege“,  für Schriftsteller oder schriftstellerisch tätige Männer wie z. b. Obama. Der gefällt ihr rundum und wegen ihm hat sie sich auch in der amerikanischen Literatur belesen. Obwohl sie manche Nacht und manches Kopfkissen „durchgeweint“ hat, bei der Lektüre von „Onkel Toms Hütte“. Dabei las sie dieses Buch nur, weil sie gehört hatte, dass ab dem 20. Januar 2009 das Weiße Haus so heißen solle…“Onkel Toms Hütte“...

Franziska W. ist politisch nicht unbedingt korrekt, manchmal sogar sehr daneben. Doch als sie sich durch die „Feuchtgebiete“ der neuen deutschen Literatur las, kostete sie das schon mehrere Konsultationen beim Hautarzt und sehr viel Cortison, um den Ausschlag wieder loszuwerden, den sie beim Lesen bekam. Franziska Willig aus Klein Rammsdorf  glaubt sich auch durch ihr ausgesuchtes, sehr modernes Outfit auf der Höhe der Zeit. Für die orangefabenen „Pradaschuhe direkt aus Taiwan“, wie es auf der Sohle noch zu lesen ist, hat sie sich gern in Unkosten gestürzt, zumal nicht sicher ist, ob das Verfallsdatum unseres Gammelgeldes (im Gegenzug zum Frischgeld) nicht schon vorüber ist und dieses 2009 vielleicht ungenießbar wird.

Hin und her gerissen zwischen Begeisterung und Ablehnung stellt sie sich den Tücken der modernen Welt, in die sie gebeamt wurde, mit Computer, Harz IV, schwarzem, verbranntem und frischem Geld und vielem, vielem mehr, wobei sie, als Liebhaberin der Dichtkunst und Verfasserin eines eigenen Limericks, immer wieder versucht, auch Verbindung zur Literatur aufzunehmen….

Zur Silvestervorstellung 2008 im“ Theater am Rand“ wurde Franziska Willig aus Klein Rammsdorf  von damals aber ganz im Jetzt jetzt  von Cornelia Heyse uraufgeführt. Sie ist nun „mietbar“ für eine Spieldauer zwischen sieben und vierzig Minuten….
                          

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